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Cybermobbing Statistiken: Alles zu dieser Form der digitalen Gewalt

Janina Horn
von Janina Horn
12.09.2022
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Cybermobbing Statistiken: Alles zu dieser Form der digitalen Gewalt

Alle wichtigen Statistiken auf einen Blick!

  • Weltweit ist das Cybermobbing 75% der 16-64-Jährigen bekannt. Rund 14 bis 15% der Jugendlichen in Deutschland haben schon Erfahrungen mit Cybermobbing als Opfer gemacht.
  • Insgesamt 13% der erwachsenen Internetnutzer wurden 2020 beleidigt und 12% Opfer sexueller Belästigung.
  • Ca. 20% der Befragten kennen jemanden, der von Formen der Cybergewalt betroffen ist oder war. Selbst betroffen waren in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 10% der Befragten.
  • Die größte Folge von Cybermobbing ist mentaler und emotionaler Stress (13%).
  • Am häufigsten in Haupt-/ Werkrealschulen kommt Cybermobbing vor: 17,4%.
  • 30% der betroffenen Kinder belastet die Erfahrung heute noch stark, 20% haben daran gedacht, sich das Leben zu nehmen und 14% haben Alkohol getrunken oder Tabletten genommen.
  • Vor allem Mädchen sind im Schnitt vom Mobbing betroffen. Spitzenreiter dabei sind Beschimpfungen und Beleidigungen mit 77% (zum Vergleich: Bei Jungen sind es 60%).
  • Mit 45% ist der häufigste Grund für dieses Mobbing der, dass die Person es verdient hat.
  • Um an den Schulen die Gewalt zu mindern, wird vor allem Hilfe von außen durch Polizei oder einen psychologischen Dienst in Anspruch genommen (73%).
  • Die meisten Cybermobbingfälle erstrecken sich auf über ein Jahr (27%). Danach folgt eine Dauer von weniger als einem Monat mit 23%.

Cybermobbing ist ein dauerhaft aktuelles Thema, denn mit steigender Möglichkeit, sich digital auszuleben, wächst auch die Anzahl der Cybermobbing-Fälle.

Cybermobbing beschreibt das absichtliche Bedrohen, Belästigen oder Beleidigen einer Person über das Internet durch einen meist anonymen Täter.

Cybermobbing ist weit verbreitet und hat weitreichende Auswirkungen. Diese wurden in vielen Studien bereits erfasst. Alle Fakten rund ums Cybermobbing, erfährst du in diesem Statistik-Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeiner Überblick über das Cybermobbing
  2. Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen
  3. Cybermobbing aus der Sicht der Eltern
  4. Cybermobbing unter Erwachsenen
  5. Fazit: Cybermobbing ist ein Problem aller Altersgruppen
Cybermobbing Statistiken Zitat Allgemein

Allgemeiner Überblick über Cybermobbing

Cybermobbing fällt unter die Cyberkriminalität und ist eine Form psychischer Gewalt. Vor allem Jugendliche sind davon betroffen.

Rund 14 bis 15% der Jugendlichen in Deutschland haben schon Erfahrungen mit Cybermobbing als Opfer gemacht. (Quelle: Bitkom)

Aber auch Erwachsene können von dieser Form der digitalen psychischen Gewalt betroffen sein. Insgesamt 13% der Internetnutzer wurden 2020 beleidigt und 12% Opfer sexueller Belästigung.

Quelle: Bitkom

Cybermobbing Statistiken Weltweit

Das Cybermobbing ist inzwischen vielen ein Begriff:

  • Weltweit ist das Cybermobbing 75% der 16-64-Jährigen bekannt
  • Auch in Deutschland ist Cybermobbing 78% bekannt 

Quelle: Ipsos

Unter Cybermobbing fallen verschiedene Begriffe, deren Bekanntheit inzwischen ziemlich hoch ist:

  • Cybermobbing: 94%
  • Cyberstalking: 83%
  • sexuelle Online-Übergriffe/ Grooming: 74%
  • Cybercrime: 73%

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Im weltweiten Vergleich zeigt sich die Verteilung von online Belästigungen und Beleidigungen:

  • USA: 35%
  • Schweden: 30%
  • Neuseeland: 28%
  • UK: 21%
  • Spanien: 18%
  • Italien: 17%
  • Dänemark: 17%
  • Polen: 17%

Quelle: Amnesty International

Cybergewalt ist aber noch mehr als die reine psychische Gewalt gegen einen Einzelnen. Auch Fake News, Hate Speech und das Mobbing im Internet gehören dazu und kommen folgendermaßen häufig vor:

  • auf Fake News reingefallen: 19% selbst, 22% kennen jemanden
  • Hate Speech erlebt: 12% selbst, 17% kennen jemanden
  • von Internet Mobbing betroffen: 7% selbst, 16% kennen jemanden

Quelle: Horizont (Nr. 36, 06.09.2017, Seite 28)

Ca. 20% der Befragten kennen jemanden, der von Formen der Cybergewalt betroffen ist oder war. Selbst betroffen waren in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 10% der Befragten. (Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing)

An Schulen kommt Cyberkriminalität häufig vor. Lehrer beurteilen 2017 die Cyberproblematiken an ihrer Schule wie folgt:

  • 68% gaben an, dass es kein Cybercrime an ihrer Schule gibt.
  • Laut 64% war sexuelle Gewalt im Internet (Grooming) kein Problem.
  • 57% gaben an, dass Cyberstalking an ihrer Schule nicht vorkommt.
  • Laut 38% ist Cybermobbing an ihrer Schule kein Problem.

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Die Folgen von Cybermobbing sind vielfältig. Besonders häufig waren in den USA 2017 vertreten:

  • mentaler und emotionaler Stress: 13%
  • Probleme mit Freunden oder Familie: 8%
  • Reputationsschaden: 7%
  • Probleme mit Beziehungen: 5%
  • Probleme bei der Arbeit: 3%
  • Probleme in der Schule: 3%

Quelle: Pew Research Center

Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen

Cybermobbing Statistiken Hauptschule

Wie häufig und in welcher Form Cyberkriminalität vorkommt, unterscheidet sich laut einer Studie aus dem Jahr 2017 je nach Schulform:

  • Haupt-/ Werkrealschule: 17,4%
  • Berufsschule: 11,8%
  • Gesamtschule: 11,8%
  • Gymnasium: 11,3%
  • Realschule: 10,7%
  • Grundschule: 5,2%

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Cybermobbing-Attacken haben starke Auswirkungen auf die betroffenen Kinder.

Cybermobbing Statistiken Kinder
Sie sind vor allem verletzt (62%), wütend (47%) und sehr verängstigt (36%). 30% belastet die Erfahrung heute noch stark, 20% haben daran gedacht, sich das Leben zu nehmen und 14% haben Alkohol getrunken oder Tabletten genommen. (Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing)

Laut einer aktuellen Studie von Bitkom von 2022, wurden Jugendliche folgender Altersgruppen bereits gemobbt:

  • 10-11 Jahre: 8%
  • 12-13 Jahre: 23%
  • 14-15 Jahre: 15%
  • 16-18 Jahre: 20%

Quelle: Bitkom

Vor allem Mädchen sind im Schnitt von Mobbing betroffen. Spitzenreiter dabei sind Beschimpfungen und Beleidigungen mit 77% (zum Vergleich: Bei Jungen sind es 60%). (Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing)

Die Gründe für Cybermobbing sind vielfältig. Folgendes haben Verantwortliche angegeben:

  • weil die Person es verdient hat: 45%
  • weil ich Ärger mit der betroffenen Person habe: 43%
  • weil mich diese Person auch gemobbt hat: 28%
  • nur zum Spaß: 23%

Zum Mobbing werden vor allem Instant Messaging Kanäle wie WhatsApp (78%), soziale Netzwerke wie Facebook (53%) und Chatrooms (36%) genutzt.

In 57% der Fälle ist ein Mitschüler der Täter. In 22% eine junge Person, die das Opfer nicht kannte und in 21% ein fremder Erwachsener.

Quelle: Ipsos

Um gegen diese Form der digitalen Gewalt an Schulen vorzugehen, werden folgende Maßnahmen getroffen:

  • Hilfe von außen durch Polizei oder psychologischen Dienst: 73%
  • Cybergewaltdisziplinarische Konsequenzen: 68%
  • Beibringen von Strategien, um anderen Kindern zu helfen: 66%
  • Streitschlichter: 63%

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Cybermobbing aus der Sicht der Eltern

Den meisten Eltern (95%) ist es bekannt, dass Kinder und Jugendliche Opfer von Cybermobbing werden können.

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Das eigene Kind war jedoch laut 75% nicht davon betroffen.

Quelle: Ipsos

Das Bewusstsein für die Schwere und Gefährlichkeit von Cybermobbing für Kinder ist aber bei 94% der Eltern vorhanden. (Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing)

Cybermobbing unter Erwachsenen

Nicht nur Schüler sind von Cybermobbing betroffen, sondern auch Erwachsene können Opfer werden.

Cybermobbing Statistiken Privat Arbeit

Allgemeine Fakten zum Cybermobbing unter Erwachsenen:

  • 11% der Betroffenen sind männlich, 12% sind weiblich
  • 53% waren im privaten Umfeld betroffen, 28% im Arbeitsumfeld und 31% in einem anderen Umfeld (Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing)

Cybermobbing unter Erwachsenen ist auch über verschiedene Berufsgruppen verteilt:

  • 19% der Betroffenen gehen noch zur Schule
  • 16% arbeiten in Serviceberufen
  • 14% in Produktion und Handwerk
  • 13% arbeitet als Verkaufspersonal
  • 12% sind in sozialen Berufen tätig

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Es ist also mehr oder weniger egal, in welchen Berufen Erwachsene arbeiten, Cybermobbing kann überall auftreten.

Am häufigsten kommen dabei Beschimpfungen und Beleidigungen (67%) und das Sich-Lustig-Machen (53%) vor.

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Folgende Motive spielen dabei unter Erwachsenen eine große Rolle:

  • Ärger mit der betroffenen Person: 51%
  • die betroffene Person hat das verdient: 47%
  • nur so zum Spaß: 45%
  • Persönlichkeit des Opfers: 45%
  • um Mobbingopfer zu rächen: 43%
  • weil mich diese Person gemobbt hat: 43%
  • Äußerung unerwünschter Kritik: 40%

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Die Gründe sind also verglichen mit denen der Schulkinder häufig komplexer und persönlicher bzw. konkreter auf einen Grundauslöser und eine Absicht zurückzuführen.

Die meisten Cybermobbingfälle erstrecken sich auf über ein Jahr (27%). Danach folgt eine Dauer von weniger als einem Monat mit 23%.

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing

Fazit: Cybermobbing ist ein Problem aller Altersgruppen

Cybermobbing gehört bereits längst zum “Alltag”. Nicht nur Schulkinder sind davon betroffen, sondern auch Erwachsene.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Folgen dieser Form der Gewalt ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass Betroffene die entsprechende Hilfe bekommen.

Auch Maßnahmen zur Verhinderung müssen besser und ernsthafter etabliert werden. Hier besteht definitiv noch Verbesserungsbedarf.

Janina Horn
Janina Horn
Janina ist PR und Content Managerin bei der tomorrow web GmbH. Dabei betreut sie neben Digital Affin als Online Redakteurin auch HalloPodcaster und Weels.video.

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